Investitionsplanung und Investitionsrechnung
Als Unternehmen oder als Kaufmann versucht man immer seine Umsätze und Einnahmen zu vergrößern, was auch plausibel ist. In einem kapitalistischen Markt steht das Geld und der Profit im Mittelpunkt des Wirtschaftslebens. Die naheliegendste Methode, zukünftigen Gewinn sicherzustellen, ist es, Investitionen vorzunehmen, entweder unternehmensintern oder extern in verschiedene Projekte.
Das klingt erst mal einfacher als es in der Wirklichkeit ist. Auch wenn man die Finanzmittel besitzt, um zu investieren, muss man immer bedenken, wo man investieren möchte, wie man investieren möchte, ob es eigentlich profitabel ist usw. Das erste Barriere ist natürlich zu eruieren, ob man das nötige Kapital besitzt, um eine Investition durchzuführen. Wenn man nicht über genug Eigenkapital verfügt, muss man sich natürlich nach Fremdfinanzierungsarten umsehen: Welche Banken würden uns Finanzmittel leihen, wie hoch sind die Kapitalzinsen, etc.
Auch wenn man die nötigen Summen hat, muss man eine lange Strecke durchlaufen bis man eigentlich weiß, wie, wo und wann man investieren sollte. Es gibt natürlich verschiedene Verfahren, die man anwenden muss, bevor man Geld für ein Projekt ausgibt. Hier sind nur ein paar Methoden, die für die Investitionsplanung und für die Investitionsrechnung von grundlegender Bedeutung sind:
  1. Die Potenzialanalyse: Hier müssen Faktoren wie Qualität der Produkte, Design der Produkte, Kosten, Marktanteile, die Sortimentsbreite, die Lieferbereitschaft, die Serviceleistungen, die Innovation und die Reaktion auf verschiedene spezifische Kundenwünsche in Betracht gezogen werden.
  2. Produktportfolio-Analyse: Diese Analyse stellt eine Vier-Segment Matrix dar, vobei die Hauptprodukte des Unternehmens in vier Kategorien eingeteilt werden: Nachwuchsprodukte, Starprodukte, Cash Produkte und Problem Produkte. Nachdem man die Produkte in diese vier Kategorien verteilt hat, kann man sehen, was für Investitionen man durchführen muss: Bei den Nachwuchsprodukten sollte man Investitionen für Forschung und Entwicklung vornehmen. Für Starprodukte sollte man Erweiterungsinvestitionen planen, bei den Cash-Produkten sollte man Rationalisierungsinvestitionen durchführen, also durch die Allokation von Ressourcen die Kosten senken und den Produktionsvolumen erhöhen. Die Problemprodukte sollten man aus dem Markt nehmen.
  3. Die Lebenszyklusanalyse: Diese Methode ist eine der Wichtigsten für die unternehmensinterne Investitionen. Jedes Produkt durchläuft vier Lebensphasen: Einführung, Wachstum, Sättigung und Rückgang. Mit den richtigen Investitionen kann man diese Phasen verlängern. Je länger eine Phase ist, desto mehr Einnahmen bringt es dem Unternehmen.
Dies sind Methoden für die Ermittlung der Vorteilhaftigkeit der unternehmensinternen Investitionen. Man kann natürlich auch Neuinvestitionen durchführen, in neue Projekte oder in verschiedenen Unternehmen. In diesem Fall muss man andere Rechnungen anstellen wie Kostenvergleichsrechnung, Gewinnvergleichsrechnung, Rentabilitätsvergleichsrechnung und Amortisationsrechnung. Bei diesen Verfahren vergleicht man die Kosten, den Gewinn, die Rentabilität bzw die Amortisationsperiode verschiedener Investitionsvorhaben und wählt die Projekte oder Ideen mit dem größten Nutzenwert.
Außer diesen gibt es noch andere Rechnungen wie die Sensibilitätsanalyse der Projekte, die Kapitalwertmethode, Vermögenswertmethode und noch weitere. Natürlich gibt es auch risikofreudige Investoren, die einfach aus dem Bauchgefühl heraus ihr Geld in verschiedene Projekte stecken. Wenn man aber nicht alles auf 17 Schwarz setzen möchte, nach dem Motto „Alles oder Nichts“, sollte man mindestens ein paar dieser Methoden anwenden um zu sehen wie riskant oder wie profitabel die Investitionsvorhaben eigentlich sind. So kann man die Einnahmen des Unternehmens grob einschätzen und man wird am Ende nicht überrascht.
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